28 – Die Unverbesserlichen

wird gelesen am:
05. März
05. Juli
04. November

  1. Wenn ein Bruder öfter für ein Vergehen zurechtgewiesen
    und wenn er sogar ausgeschlossen wurde,
    sich aber nicht gebessert hat, verschärfe man die Strafe,
    das heißt, er erhalte noch Rutenschläge.
  2. Wenn er sich aber auch so nicht bessert
    oder wenn er gar, was ferne sei, stolz und überheblich
    sein Verhalten verteidigen will,
    dann handle der Abt wie ein weiser Arzt.
  3. Er wende zuerst lindernde Umschläge
    und Salben der Ermahnungen an,
    dann die Arzneien der Heiligen Schrift
    und schließlich wie ein Brenneisen
    Ausschließungen und Rutenschläge.
  4. Wenn er dann sieht, dass seine Mühe keinen Erfolg hat,
    greife er zu dem, was noch stärker wirkt:
    Er und alle Brüder beten für den kranken Bruder,
  5. dass der Herr, der alles vermag,
    ihm die Heilung schenkt.
  6. Wenn er sich aber auch so nicht heilen lässt,
    dann erst setze der Abt das Messer zum Abschneiden an.
    Es gelte, was der Apostel sagt:
    „Schafft den Übeltäter weg aus eurer Mitte.“
  7. Und an anderer Stelle:
    „Wenn der Ungläubige gehen will, soll er gehen.“
  8. Ein räudiges Schaf soll nicht die ganze Herde anstecken.


Wenn gar nichts mehr hilft, hilft nur der Ausschluss. Aber nur nach großem Bemühen um den Sünder! So wie der Arzt nicht leichtfertig einen Körperteil abschneidet, soll auch die Gemeinschaft nicht überstürzt jemanden ausschließen. Erst als allerletzte Konsequenz. Und selbst dann nicht als Strafe, sondern als Selbstschutz. Damit der faule Apfel die gesunden nicht anstecken kann…

Tipp: Bevor man den Kontakt zu jemandem endgültig abbricht, meistens im Streit, ist es klug mindesten eine Nacht darüber zu schlafen. Außerdem sollte man immer hinterfragen, ob man wirklich schon alles getan hat, um die Beziehung zu heilen.