Archiv für den Monat: Mai 2015

43 – Die Bußen für Unpünktlichkeit

wird gelesen am:
22. März
22. Juli
21. November

  1. Hört man das Zeichen zum Gottesdienst,
    lege man sofort alles aus der Hand
    und komme in größter Eile herbei,
  2. allerdings mit Ernst,
    um nicht Anlaß zu Albernheiten zu geben.
  3. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden.
  4. Kommt einer zu den Vigilien
    erst nach dem „Ehre sei dem Vater“ des Psalmes 94,
    der deswegen sehr langsam und gedehnt zu singen ist,
    darf er nicht an seinem Platz im Chor stehen.
  5. Vielmehr stehe er als letzter von allen oder auf dem Platz,
    den der Abt für so Nachlässige abseits bestimmt hat,
    damit sie von ihm und von allen gesehen werden.
  6. Dort bleibe er,
    bis er am Schluss des Gottesdienstes
    öffentlich Buße getan hat.
  7. Wir lassen die unpünktlichen Brüder
    bewusst auf dem letzten Platz oder abseits stehen,
    damit sie von allen gesehen werden,
    sich schämen und deshalb sich bessern.
  8. Bleiben sie nämlich außerhalb des Oratoriums,
    könnte sich vielleicht einer wieder schlafen legen
    oder sogar sich draußen hinsetzen
    und sich Zeit nehmen für Geschwätz;
    so gibt er dem Bösen Gelegenheit zur Versuchung.
  9. Sie sollen vielmehr hereinkommen,
    damit sie nicht alles versäumen
    und sich in Zukunft bessern.
  10. Kommt einer zum Gottesdienst der Gebetszeiten am Tage
    erst nach dem Vers und nach dem „Ehre sei dem Vater“
    des anschließenden ersten Psalmes,
    stehe er nach der obigen Vorschrift auf dem letzten Platz.
  11. Er nehme sich nicht heraus, sich vor einer Buße
    dem Chor der psalmensingenden Brüder anzuschließen,
    außer der Abt ist nachsichtig und erlaubt es;
  12. selbst dann muss der Schuldige Buße tun.

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42 – Das Schweigen nach der Komplet

wird gelesen am:
21. März
21. Juli
20. November

  1. Immer müssen sich die Mönche mit Eifer
    um das Schweigen bemühen,
    ganz besonders aber während der Stunden der Nacht.
  2. Daher treffen wir eine Regelung für das ganze Jahr,
    sowohl für Fasttage wie für die Tage ohne Fasten.
  3. An tagen mit Mittag- und Abendessen gilt:
    Sobald man vom Abendessen aufgestanden ist,
    setzen sich alle zusammen.
    Dann lese einer die „Unterredungen“,
    die „Lebensbeschreibungen der Väter“
    oder sonst etwas vor, das die Hörer erbaut,
  4. nicht aber den Heptateuch oder die Bücher der Könige,
    denn für weniger gefestigte Brüder ist es nicht gut,
    wenn sie zur Abendstunde diese Schriften hören;
    zu anderer Zeit aber soll man sie lesen.
  5. An Fasttagen dagegen gilt:
    Nach der Feier der Vesper und einer kurzen Pause
    begibt man sich, wie schon gesagt,
    zur Lesung der „Unterredungen“.
  6. Man lese vier oder fünf Blätter, soviel die Zeit eben erlaubt.
  7. So können während dieser Lesung alle zusammenkommen,
    auch wenn sie noch mit zugewiesenen Arbeiten
    beschäftigt waren.
  8. Sind alle versammelt, halten sie die Komplet.
    Wenn sie dann aus der Komplet kommen,
    gebe es für keinen mehr die Erlaubnis,
    irgend etwas zu reden.
  9. Findet sich einer, der diese regel des Schweigens übertritt,
    werde er schwer bestraft,
  10. ausgenommen, das Reden sei wegen der Gäste nötig,
    oder der Abt gebe jemandem einen Auftrag.
  11. Aber auch dann geschehe es mit großem Ernst
    und vornehmer Zurückhaltung.

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41 – Die Mahlzeiten

wird gelesen am:
20. März
20. Juli
19. November

  1. Vom heiligen Osterfest bis Pfingsten
    halten die Brüder zur sechsten Stunde die Hauptmahlzeit
    und nehmen am Abend eine Stärkung zu sich.
  2. Doch von Pfingsten an sollen die Mönche
    während des ganzen Sommers am Mittwoch und Freitag
    bis zur neunten Stunde fasten,
    wenn sie keine Feldarbeit haben
    und die Sommerhitze nicht zu sehr drückt.
  3. An den übrigen Tagen
    nehmen sie die Hauptmahlzeit zur sechsten Stunde ein.
  4. Die sechste Stunde für die Hauptmahlzeit
    wird auch beibehalten,
    wenn die Brüder auf dem Feld arbeien
    oder die Sommerhitze unerträglich ist;
    der Abt sorge dafür.
  5. Überhaupt regle und ordne er alles so,
    dass es den Brüdern zum Heil dient
    und sie ohne einen berechtigten Grund zum Murren
    ihre Arbeit tun können.
  6. Vom 13. September bis zum Beginn der Fastenzeit
    essen sie nur zur neunten Stunde.
  7. Vom Beginn der Fastenzeit bis Ostern
    halten sie die Mahlzeit erst am Abend.
  8. Die Vesper aber wird so angesetzt,
    dass man bei Tisch kein Lampenlicht braucht.
    Vielmehr muss alles noch bei Tageslicht fertig werden.
  9. Auch zu anderen Jahreszeiten werde ich Stunde
    für das Abendessen oder für die Hauptmahlzeit so gewählt,
    dass alles bei Tageslicht geschehen kann.

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40 – Das Maß des Getränkes

wird gelesen am:
19. März
19. Juli
18. November

  1. Jeder hat seine Gnadengabe von Gott,
    der eine so, der andere so.
  2. Deshalb bestimmen wir nur mit einigen Bedenken
    das Maß der Nahrung für andere.
  3. Doch mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der Schwachen
    meinen wir,
    dass für jeden täglich eine Hemina Wein genügt.
  4. Wem aber Gott die Kraft zur Enthaltsamkeit gibt,
    der wisse, dass er einen besonderen Lohn empfangen wird.
  5. Ob ungünstige Ortsverhältnisse,
    Arbeit oder Sommerhitze mehr erfordern,
    steht im Ermessen des Oberen.
    Doch achte er darauf,
    dass sich nicht Übersättigung
    oder Trunkenheit einschleichen.
  6. Zwar lesen wir, Wein passe überhaupt nicht für Mönche.
    Weil aber die Mönche heutzutage
    sich davon nicht überzeugen lassen,
    sollten wir uns wenigstens darauf einigen,
    nicht bis zum Übermaß zu trinken, sondern weniger.
  7. Denn der Wein bringt sogar die Weisen zu Fall.
  8. Wo aber ungünstige Ortsverhältnisse es mit sich bringen,
    dass nicht einmal das oben angegebene Maß,
    sondern viel weniger
    oder überhaupt nichts zu bekommen ist,
    sollen Brüder, die dort wohnen,
    Gott preisen und nicht murren.
  9. Dazu mahnen wir vor allem: Man unterlasse das Murren.

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39 – Das Maß der Speise

wird gelesen am:
18. März
18. Juli
17. November

  1. Nach unserer Meinung
    dürften für die tägliche Hauptmahlzeit,
    ob zur sechsten oder neunten Stunde,
    für jeden Tisch mit Rücksicht auf die Schwäche einzelner
    zwei gekochte Speisen genügen.
  2. Wer etwa von der einen Speise nicht essen kann,
    dem bleibt zur Stärkung die andere.
  3. Zwei gekochte Speisen
    sollen also für alle Brüder genug sein.
    Gibt es Obst oder frisches Gemüse,
    reiche man es zusätzlich.
  4. Ein reichlich bemessenes Pfund Brot genüge für den Tag,
    ob man nur eine Mahlzeit hält
    oder Mittag- und Abendessen einnimmt.
  5. Essen die Brüder auch am Abend,
    hebe der Cellerar ein Drittel dieses Pfundes auf,
    um es ihnen beim Abendtisch zu geben.
  6. War die Arbeit einmal härter,
    liegt es im Ermessen und in der Zuständigkeit des Abtes,
    etwas mehr zu geben, wenn es guttut.
  7. Doch muss vor allem Unmäßigkeit vermieden werden;
    und nie darf sich bei einem Mönch
    Übersättigung einschleichen.
  8. Denn nichts steht so im Gegensatz zu einem Christen
    wie Unmäßigkeit,
  9. sagt doch unser Herr: „Nehmt euch in Acht,
    dass nicht Unmäßigkeit euer Herz belaste.“
  10. Knaben erhalten nicht die gleiche Menge wie Erwachsene,
    sondern weniger.
    In allem achte man auf Genügsamkeit.
  11. Auf das Fleisch vierfüßiger Tiere sollen alle verzichten,
    außer die ganz schwachen Kranken.

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38 – Der wöchentliche Dienst des Tischlesers

wird gelesen am:
17. März
17. Juli
16. November

  1. Beim Tisch der Brüder darf die Lesung nicht fehlen.
    Doch soll nicht der Nächstbeste
    nach dem Buch greifen und lesen,
    sondern der vorgesehene Leser beginne am Sonntag
    seinen Dienst für die ganze Woche.
  2. Wer den Dienst antritt,
    erbitte nach der Messe
    und der Kommunion das Gebet aller,
    damit Gott den Geist der Überheblichkeit
    von ihm fernhalte.
  3. Daher beten alle im Oratorium dreimal folgenden Vers,
    den der Leser anstimmt:
    „Herr, öffne meine Lippen,
    damit mein Mund dein Lob verkünde.“
  4. So erhält er den Segen
    und beginnt dann seinen Dienst als Leser.
  5. Es herrsche größte Stille.
    Kein Flüstern und kein Laut sei zu hören,
    nur die Stimme des Lesers.
  6. Was sie aber beim Essen und Trinken brauchen,
    sollen die Brüder einander so reichen,
    dass keiner um etwas bitten muss.
  7. Fehlt trotzdem etwas, erbitte man es
    eher mit einem vernehmbaren Zeichen als durch ein Wort.
  8. Niemand nehme sich heraus,
    bei Tisch Fragen über die Lesung
    oder über etwas anderes zu stellen,
    damit es keine Gelegenheit zum Unfrieden gibt.
  9. Doch der Obere kann zur Erbauung kurz etwas sagen.
  10. Der Tischleser der Woche
    erhält vor Beginn der Lesung etwas Mischwein,
    und zwar wegen der heiligen Kommunion;
    auch soll ihm das Fasten nicht zu schwer werden.
  11. Nachher isst er mit denen,
    die in der Küche oder anderswo ihren Wochendienst haben.
  12. Die Brüder dürfen übrigens
    nicht der Reihe nach vorlesen oder vorsingen,
    sondern nur, wenn sie die Zuhörer erbauen.

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