41 – Die Mahlzeiten

wird gelesen am:
20. März
20. Juli
19. November

  1. Vom heiligen Osterfest bis Pfingsten
    halten die Brüder zur sechsten Stunde die Hauptmahlzeit
    und nehmen am Abend eine Stärkung zu sich.
  2. Doch von Pfingsten an sollen die Mönche
    während des ganzen Sommers am Mittwoch und Freitag
    bis zur neunten Stunde fasten,
    wenn sie keine Feldarbeit haben
    und die Sommerhitze nicht zu sehr drückt.
  3. An den übrigen Tagen
    nehmen sie die Hauptmahlzeit zur sechsten Stunde ein.
  4. Die sechste Stunde für die Hauptmahlzeit
    wird auch beibehalten,
    wenn die Brüder auf dem Feld arbeien
    oder die Sommerhitze unerträglich ist;
    der Abt sorge dafür.
  5. Überhaupt regle und ordne er alles so,
    dass es den Brüdern zum Heil dient
    und sie ohne einen berechtigten Grund zum Murren
    ihre Arbeit tun können.
  6. Vom 13. September bis zum Beginn der Fastenzeit
    essen sie nur zur neunten Stunde.
  7. Vom Beginn der Fastenzeit bis Ostern
    halten sie die Mahlzeit erst am Abend.
  8. Die Vesper aber wird so angesetzt,
    dass man bei Tisch kein Lampenlicht braucht.
    Vielmehr muss alles noch bei Tageslicht fertig werden.
  9. Auch zu anderen Jahreszeiten werde ich Stunde
    für das Abendessen oder für die Hauptmahlzeit so gewählt,
    dass alles bei Tageslicht geschehen kann.


Um dieses Kapitel zu überblicken, muss man sich in Erinnerung rufen, dass es zur Zeit seiner Entstehung die Tage und die Nächte in je zwölf gleich lange Einheiten unterteilt wurden. Im Sommer waren daher die Stunden länger als im Winter. Benedikt ist es also wichtig, dass bei Tageslicht gegessen wird. Vermutlich, weil es nicht nur um Essen, sondern um Mahl halten geht. Und Licht bedeutet die Anwesenheit Gottes.

Tipp: Essenszeiten genau zu planen heißt auch, sich Zeit fürs Essen zu nehmen. So kann man bewusst genießen und sich stärken. Und gesund ist es auch noch.