43 – Die Bußen für Unpünktlichkeit

wird gelesen am:
22. März
22. Juli
21. November

  1. Hört man das Zeichen zum Gottesdienst,
    lege man sofort alles aus der Hand
    und komme in größter Eile herbei,
  2. allerdings mit Ernst,
    um nicht Anlaß zu Albernheiten zu geben.
  3. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden.
  4. Kommt einer zu den Vigilien
    erst nach dem „Ehre sei dem Vater“ des Psalmes 94,
    der deswegen sehr langsam und gedehnt zu singen ist,
    darf er nicht an seinem Platz im Chor stehen.
  5. Vielmehr stehe er als letzter von allen oder auf dem Platz,
    den der Abt für so Nachlässige abseits bestimmt hat,
    damit sie von ihm und von allen gesehen werden.
  6. Dort bleibe er,
    bis er am Schluss des Gottesdienstes
    öffentlich Buße getan hat.
  7. Wir lassen die unpünktlichen Brüder
    bewusst auf dem letzten Platz oder abseits stehen,
    damit sie von allen gesehen werden,
    sich schämen und deshalb sich bessern.
  8. Bleiben sie nämlich außerhalb des Oratoriums,
    könnte sich vielleicht einer wieder schlafen legen
    oder sogar sich draußen hinsetzen
    und sich Zeit nehmen für Geschwätz;
    so gibt er dem Bösen Gelegenheit zur Versuchung.
  9. Sie sollen vielmehr hereinkommen,
    damit sie nicht alles versäumen
    und sich in Zukunft bessern.
  10. Kommt einer zum Gottesdienst der Gebetszeiten am Tage
    erst nach dem Vers und nach dem „Ehre sei dem Vater“
    des anschließenden ersten Psalmes,
    stehe er nach der obigen Vorschrift auf dem letzten Platz.
  11. Er nehme sich nicht heraus, sich vor einer Buße
    dem Chor der psalmensingenden Brüder anzuschließen,
    außer der Abt ist nachsichtig und erlaubt es;
  12. selbst dann muss der Schuldige Buße tun.

23. März
23. Juli
22. November

  1. Kommt einer zu Tisch nicht vor dem Vers
    – denn alle sollen gemeinsam den Vers singen und beten
    und sich zusammen zu Tisch setzen -,
  2. werde er dafür bis zu zweimal gerügt,
    wenn er aus Nachlässigkeit oder eigener Schuld
    nicht pünktlich kommt.
  3. Bessert er sich wieder nicht,
    versage man ihm die Teilnahme am gemeinsamen Tisch.
  4. Getrennt von der Gemeinschaft aller Brüder, esse er allein.
    Auch sein Anteil an Wein werde ihm genommen,
    bis er Buße tut und sich bessert.
  5. Ebenso werde auch der bestraft,
    der beim Vers nach dem Essen
    nicht da ist.
  6. Keiner darf sich herausnehmen,
    vor oder nach der festgesetzten Zeit
    eigenmächtig etwas zu essen oder zu trinken.
  7. Weigert sich einer anzunehmen,
    was der Obere ihm angeboten hat,
    dann soll er überhaupt nichts erhalten,
    wenn er zu einer anderen Zeit verlangt,
    was er vorher ausgeschlagen hat,
    oder wenn er sonst etwas haben will.
    Das gilt, bis er sich entsprechend gebessert hat.

Pünktlichkeit ist wichtig: Einerseits, weil der Gottesdienst wichtig ist, ihm darf nichts vorgezogen werden. Andererseits, weil ein Leben in Gemeinschaft voraussetzt, dass man sich auf einander verlassen kann. Deswegen sieht die Strafe einmal vor, dass alle sehen sollen, wer zu spät kommt. Derjenige soll sich schämen und so büßen. Ein anderes mal sieht die Strafe vor, dass man aus der Tischgemeinschaft ausgeschlossen wird, eben weil man durch unpünktliches Erscheinen diese Gemeinschaft ja schon verlassen hat.

Tipp: Pünktlichkeit zeugt davon, dass man etwas oder jemanden wichtig nimmt. Oder: Wenn ich alles irgendwann mache, mache ich es irgendwas nicht mehr.