54 – Die Annahme von Briefen und Geschenken

wird gelesen am:
06. April
06. August
06. Dezember

  1. Der Mönch darf keinesfalls ohne Weisung des Abtes
    von seinen Eltern oder irgend jemandem,
    auch nicht von einem anderen Mönch
    Briefe, Eulogien oder sonst kleine Geschenke
    annehmen oder geben.
  2. Selbst wenn seine Eltern ihm etwas geschickt haben,
    darf er sich nicht anmaßen, es anzunehmen,
    ehe der Abt benachrichtigt wurde.
  3. Hat der Abt die Annahme erlaubt,
    kann er immer noch verfügen, wem es zu geben ist.
  4. Dann sei der Bruder, dem es geschickt wurde, nicht traurig,
    damit dem Teufel kein Raum gegeben werde.
  5. Wer sich etwas anderes herausnimmt,
    den treffe die von der regel vorgesehene Strafe.


Dieses Kapitel wirkt ein bisschen „grausam“. Da bekommt jemand ein kleines Geschenk von den Eltern und dann wir es ihm weggenommen und vielleicht auch noch jemandem anderen geschenkt. Der Hintergrund ist: Die Mönche sollen nicht zu sehr an Dingen hängen. Sie sollen nicht nach Besitz streben und so „dem Teufel Raum geben“. Denn: Das letzte Hemd hat keine Taschen.

Tipp: Über Geschenke freut man sich. Aber das wichtige (oder schöne) ist meistens eh nicht so sehr der Gegenstand an sich, sondern Gedanke daran, dass jemand an mich denkt.