59 – Die Aufnahme von Kindern

wird gelesen am:
13. April
13. August
13. Dezember

  1. Wenn etwa ein vornehmer Mann
    seinen Sohn Gott im Kloster darbringen will
    und dieser noch ein Kind ist,
    dann stellen die Eltern die oben erwähnte Urkunde aus.
  2. Zusammen mit einer Opfergabe wickeln sie
    diese Urkunde und die Hand des Knaben in das Altartuch
    und bringen ihn so dar.
  3. Was ihr Vermögen angeht,
    so sollen sie in der vorliegenden Urkunde
    unter Eid versprechen,
    dass sie niemals selbst,
    auch nie durch eine vorgeschobene Person
    noch auf irgendeine andere Weise
    dem Knaben etwas schenken
    oder ihm die Möglichkeit bieten, etwas zu besitzen.
  4. Sind sie jedoch damit nicht zufrieden,
    sondern möchten etwas Gutes tun,
    können sie dem Kloster eine Spende anbieten.
  5. Was sie geben wollen,
    das sollen sie dem Kloster als Schenkung vermachen.
    Wenn sie es wünschen,
    können sie sich die Nutznießung vorbehalten.
  6. Auf diese Weise werde allem vorgebeugt,
    so dass dem Knaben keine Aussicht bleibt,
    die ihn betören und verderben könnte, was ferne sei.
    Wir kennen das aus Erfahrung.
  7. Entsprechend sollen es auch Ärmere halten.
  8. Wer aber gar nichts hat,
    stellt einfach die Urkunde aus
    und bringt in Gegenwart von Zeugen
    seinen Sohn zusammen mit der Opfergabe dar.


Zuerst: Die Aufnahme von Minderjährigen ist heute nicht mehr üblich.
In diesem Kapitel fällt aber noch was auf: Benedikt sorgt sich um diejenigen, die aus armen Verhältnissen kommen. Sie könnten sich nämlich einbilden, etwas besseres zu sein, weil sie keinen Reichtum kennen. Aber ein Leben vor Gott ist kein Wettbewerb.

Tipp: Sich der eigenen Vorzüge bewusst zu sein ist durchaus gesund. Es bringt aber nichts, sie anderen unter die Nase zu reiben. Besser ist es, anderen dort zu helfen, wo sie ihre Schwächen haben.