60 – Die Aufnahme von Priestern

wird gelesen am:
14. April
14. August
14. Dezember

  1. Wenn einer aus dem Priesterstand
    um Aufnahme in das Kloster bittet,
    so stimme man nicht gleich zu.
  2. Beharrt er trotzdem fest auf seiner Bitte, so muss er wissen,
    dass er die Regel in ihrer ganzen Strenge zu halten hat.
  3. Nichts wird ihm erleichtert,
    es gelte das Wort der Schrift:
    „Freund, wozu bist du gekommen?“
  4. Man gestatte ihm allerdings,
    seinen Platz gleich nach dem Abt zu haben,
    den Segen zu sprechen
    und den Gottesdienst zu halten,
    aber nur, wenn der Abt ihn beauftragt.
  5. Sonst nehme er sich nichts heraus;
    er weiß ja, dass er der Zucht der Regel unterworfen ist,
    und mehr als andere gebe er allen ein Beispiel der Demut.
  6. Wenn es um die Besetzung eines Amtes
    oder eine andere Angelegenheit im Kloster geht,
  7. nimmt er den Platz ein,
    der seinem Eintritt ins Kloster entspricht,
    nicht jenen, der ihm sonst
    aus Ehrfurcht vor dem Priestertum
    eingeräumt wird.
  8. Wenn Kleriker das gleiche Verlangen haben
    und sich dem Kloster anschließen möchten,
    weist man ihnen einen mittleren Platz zu,
  9. aber nur dann, wenn sie die Beobachtung der Regel
    und Beständigkeit versprechen.


Ein recht modernes Bild vom Priestertum kommt in diesem Kapitel zum Ausdruck: Priester sind keine besseren Christen als Laien. Sie nehmen in der Gemeinschaft den Platz ein, der dem Zeitpunkt ihres Eintritts entspricht. Die einzige „Ehrerweisung“ die ein Priester erfährt, ist die, dass er der Heiligen Messe vorstehen darf.

Tipp: Alle Menschen haben eines gemeinsam: Sie sind Menschen. Deswegen sollte man auch alle so behandeln, egal was oder wer jemand ist.