Archiv für den Monat: August 2015

62 – Die Priester des Klosters

wird gelesen am:
17. April
17. August
17. Dezember

  1. Wenn ein Abt die Weihe eines Priesters
    oder Diakons erbitten will,
    so wähle er aus seinen Mönchen einen aus,
    der würdig ist, den priesterlichen Dienst auszuüben.
  2. Der Geweihte aber hüte sich vor Überheblichkeit und Stolz.
  3. Er nehme sich nicht heraus
    und handle nie ohne Auftrag des Abtes.
    Er weiß ja,
    dass gerade er sich der Zucht der Regel zu fügen hat.
  4. Das Priesteramt sei ihm kein Anlass,
    den Gehorsam und die Ordnung der Regel zu vergessen,
    sondern er schreite mehr und mehr auf Gott zu.
  5. Er nimmt stets den Platz ein,
    der seinem Eintritt ins Kloster entspricht,
  6. außer beim Dienst am Altar
    oder wenn ihn die Wahl der Gemeinschaft
    und der Wille des Abtes
    an einen höheren Platz stellen,
    weil seine Lebensführung es verdient.
  7. Doch wisse er, dass auch er sich
    an die Ordnung zu halten hat,
    die für Dekane und Prioren gilt.
  8. Nimmt er sich heraus, anders zu handeln,
    gelte er nicht mehr als Priester, sondern als Aufrührer.
  9. Und ändert er sich trotz wiederholter Ermahnung nicht,
    so ziehe man noch den Bischof als Zeugen hinzu.
  10. Wenn er sich auch dann nicht bessert
    und seine Schuld klar zutage liegt,
    werde er aus dem Kloster gewiesen,
  11. doch nur, wenn er so widerspenstig ist,
    dass er sich nicht unterordnen
    und der Regel nicht gehorchen will.

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61 – Die Aufnahme fremder Mönche

wird gelesen am:
15. April
15. August
15. Dezember

  1. Es kann sein, dass ein fremder Mönch von weither kommt
    und als Gast im Kloster bleiben möchte.
  2. Wenn er mit der Lebensweise, die er dort antrifft,
    zufrieden ist
    und nicht etwa durch übertriebene Ansprüche
    Verwirrung ins Kloster bringt,
  3. sondern sich ohne Umstände
    mit dem, was er vorfindet, begnügt,
    nehme man ihn auf, und er bleibe, solange er will.
  4. Sollte er in Demut und Liebe eine begründete Kritik äußern
    oder auf etwas aufmerksam machen,
    so erwäge der Abt klug,
    ob ihn der Herr nicht vielleicht gerade deshalb
    geschickt hat.
  5. Will er sich aber zur Beständigkeit verpflichten,
    weise man einen solchen Wunsch nicht zurück;
    man konnte ja seine Lebensführung kennenlernen,
    solange er Gast war.
  6. Erweist er sich aber in der Zeit seines Aufenthaltes
    als anspruchsvoll und mit vielen Fehlern behaftet,
    muss man ihm nicht nur die Aufnahme
    in die klösterliche Gemeinschaft verweigern,
  7. sondern man sage ihm zudem höflich, er solle gehen,
    damit nicht durch seinen beklagenswerten Zustand
    auch noch andere verdorben werden.
  8. Verdient er es jedoch nicht, weggeschickt zu werden,
    nehme man ihn nicht erst auf seine eigene Bitte hin
    als Glied der Gemeinschaft auf,
  9. sondern lege ihm das Bleiben sogar nahe,
    damit andere von seinem Beispiel lernen.
  10. Wir dienen doch überall dem einen Herrn
    und kämpfen für den einen König.

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