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27 – Die Sorge des Abtes für die Ausgeschlossenen

wird gelesen am:
04. März
04. Juli
03. November

  1. Mit größter Sorge
    muss der Abt sich um die Brüder kümmern,
    die sich verfehlen,
    denn nicht die Gesunden brauchen den Arzt,
    sondern die Kranken.
  2. Daher muss der Abt in jeder Hinsicht
    wie ein weiser Arzt vorgehen.
    Er schicke Senpekten, das heißt ältere weise Brüder.
  3. Diese sollen den schwankenden Bruder
    im persönlichen Gespräch trösten
    und ihn zu Demut und Buße bewegen.
    Sie sollen ihn trösten,
    damit er nicht in zu tiefe Traurigkeit versinkt.
  4. Es gelte, was der Apostel sagt:
    „Die Liebe zu ihm soll erstarken.“
    Alle sollen für ihn beten.
  5. Der Abt muss sich sehr darum sorgen
    und mit Gespür und großem Eifer danach streben,
    dass er keines der ihm anvertrauten Schafe verliert.
  6. Er sei sich bewusst,
    dass er die Sorge
    für gebrechliche Menschen übernommen hat,
    nicht die Gewaltherrschaft über gesunde.
  7. Er fürchte das Drohwort des Propheten,
    durch das Gott sagt:
    „Was fett schien, habt ihr euch genommen,
    was schwach war, habt ihr weggestoßen.“
  8. Er ahme den Guten Hirten
    mit seinem Beispiel der Liebe nach:
    Neunundneunzig Schafe ließ er in den Bergen zurück
    und machte sich auf, um das eine verirrte Schaf zu suchen.
  9. Mit dessen Schwäche hatte er so viel Mitleid,
    dass er es auf seine heiligen Schultern nahm
    und so zur Herde zurücktrug.

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2 – Der Abt

wird gelesen am:
09. Jänner
10. Mai
09. September

  1. Der Abt, der würdig ist, einem Kloster vorzustehen,
    muss immer bedenken, wie man ihn anredet,
    und er verwirkliche durch sein Tun,
    was diese Anrede für einen Oberen bedeutet.
  2. Der Glaube sagt ja: Er vertritt im Kloster die Stelle Christi;
    wird er dich mit dessen Namen angeredet
  3. nach dem Wort des Apostels:
    „Ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht,
    den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!“
  4. Deshalb darf der Abt nur lehren
    oder bestimmen oder befehlen,
    was der Weisung des Herrn entspricht.
  5. Sein Befehl und seine lehre sollen
    wie Sauerteig göttlicher Heilsgerechtigkeit
    die Herzen seiner Jünger durchdringen.
  6. Der Abt denke immer daran,
    dass in gleicher Weise über seine Lehre
    und über den Gehorsam seiner Jünger
    beim erschreckenden Gericht Gottes entschieden wird.
  7. So wisse der Abt: Die Schuld trifft den Hirten,
    wenn der Hausvater an seinen Schafen
    zu wenig Ertrag feststellen kann.
  8. Andererseits gilt ebenso:
    Hat ein Hirt einer unruhigen und ungehorsamen Herde
    all seine Aufmerksamkeit geschenkt
    und ihrem verdorbenen Treiben
    jede nur mögliche Sorge zugewandt,
  9. wird er im Gericht des Herrn freigesprochen.
    Er darf mit dem Propheten zum Herrn sagen:
    „Deine Gerechtigkeit
    habe ich nicht in meinem Herzen verborgen,
    ich habe von deiner Treue und Hilfe gesprochen,
    sie aber haben mich verhöhnt und verachtet.“
  10. Dann kommt über die Schafe,
    die sich seiner Hirtensorge
    im Ungehorsam widersetzt haben,
    als Strafe der allgewaltige Tod.

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